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buildingSMART Deutschland gründet Fachgruppe "BIM und Künstliche Intelligenz"

08.07.2026

Der Vorstand von buildingSMART Deutschland e. V. hat am 6. Juli 2026 einstimmig die Gründung der Fachgruppe „BIM und Künstliche Intelligenz" (kurz: BIM und KI) beschlossen. Damit widmet sich der Verein einem der derzeit dynamischsten Digitalisierungsthemen der Baubranche.

Hintergrund: Größtes ungenutztes Potenzial für die Bauproduktivität

Der Bausektor steht unter erheblichem Produktivitätsdruck: In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Produktivität in der Branche um über 14 Prozent zurückgegangen – während sie im IT-Sektor im selben Zeitraum um 71 Prozent gestiegen ist. Aktuelle Studien sehen gerade im Einsatz Künstlicher Intelligenz das größte ungenutzte Potenzial, diesen Trend umzukehren.
buildingSMART hat mit offenen Standards wie IFC, BCF, IDS und bSDD bereits die Grundlage für ein modellbasiertes, interoperables Planen und Bauen geschaffen. Diese Standardisierungsinfrastruktur bildet nun auch eine zentrale Voraussetzung dafür, KI sinnvoll und verlässlich im BIM-Kontext einzusetzen.

Ziel: KI nutzbar machen – ohne Kompromisse bei Verlässlichkeit

Die Fachgruppe will relevante Anwendungsfälle für den Einsatz von KI-Methoden im BIM-Kontext identifizieren und ausarbeiten – über den gesamten Bauwerkslebenszyklus hinweg. Dabei geht es nicht nur um die technische Integration von KI in bestehende BIM-Datenformate und -Prozesse, sondern ausdrücklich auch darum, wie sich BIM-Daten wiederum für das Training und den Einsatz von KI-Systemen nutzen lassen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verlässlichkeit: Da fehlerhafte oder „halluzinierte" KI-Ausgaben im ingenieurtechnischen Kontext zu Planungsfehlern, Sicherheitsrisiken und erheblichen Kosten führen können, sollen aus der Arbeit der Fachgruppe klare Kriterien entstehen, wann und wie KI-Unterstützung ingenieurtechnisch vertretbar ist.

Breite Trägerschaft aus Praxis, Wissenschaft und Verbänden

Getragen wird die neue Fachgruppe von einer Initiatorengruppe aus rund 50 Personen und Organisationen – darunter Planungsbüros, Bauunternehmen wie Max Bögl und HOCHTIEF Engineering, Hochschulen wie die HTWK Leipzig, TU Dresden und TU Braunschweig sowie öffentliche Auftraggeber wie DB InfraGO. Die Leitung übernehmen drei gleichberechtigte Gruppensprecher:

  • Andreas Bach (Schüßler-Plan Digital)
  • Alexander Kropp (Max Bögl)
  • Jörn Plönnigs (Universität Rostock)

Ausblick

Zunächst sollen relevante KI-Anwendungsfälle im BIM-Kontext systematisch gesammelt und bewertet werden. Parallel arbeitet die Fachgruppe an der Integration von KI-Methoden in bestehende BIM-Workflows sowie an einer vergleichenden Bewertung relevanter KI-Technologien wie lokaler Modelle, domänenspezifischer Sprachmodelle und erklärbarer KI. In einem späteren Schritt sollen daraus Standardisierungsvorschläge, Qualifizierungsformate und eine Einordnung rechtlicher Fragen (u. a. Urheberrecht, Datenschutz) entstehen.

Ansprechpartner in der Geschäftsstelle ist Rainer Raacke, Leiter Standardisierung.

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