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Neues Whitepaper GEFMA 930 beschreibt Grundlagen für den Gebäudebetrieb 4.0

14.10.2026

Building Information Modeling (BIM), Künstliche Intelligenz und Datenräume eröffnen neue Möglichkeiten für den Betrieb von Gebäuden. Ihr Nutzen hängt jedoch davon ab, ob die zugrunde liegenden Daten konsistent, strukturiert und über Systemgrenzen hinweg verfügbar sind. Genau hier setzt das am 6. Oktober 2026 veröffentlichte Whitepaper GEFMA 930 "Gebäudebetrieb 4.0" an. Es formuliert ein domänenübergreifendes Verständnis für einen datenbasierten, interoperablen und wirtschaftlichen Gebäudebetrieb und zeigt Ansätze für die Umsetzung in der Praxis auf.

Betrieb als strategische Aufgabe

Erarbeitet wurde die Publikation von einem interdisziplinären Autorenteam des gefma-Arbeitskreises "Gebäudebetrieb 4.0", der 2025 gegründet wurde. Das Team versteht den Gebäudebetrieb nicht als nachgelagerte Verwaltungsaufgabe, sondern vielmehr als Gestaltungs- und Führungsaufgabe, die sich auf Daten stützt und den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie umfasst. Neben der Erfüllung der Betreiberverantwortung rückt damit eine bewusst entwickelte Betriebsstrategie in den Mittelpunkt.

Schnittstellen statt Einzelsysteme

Statt einzelne Technologien isoliert zu betrachten, stellt GEFMA 930 die Zusammenhänge zwischen Planung, Gebäudetechnik, Datenarchitektur, digitalen Services, Facility-Management-Prozessen sowie IT- und OT-Sicherheit (Operational Technology Security) dar. Praxisbeispiele zeigen, wie diese Bereiche ineinandergreifen und welche Voraussetzungen ein durchgängig digitaler Gebäudebetrieb erfordert. Frank Schröder, Director of efficient Technologies Corporate Facility Management bei Phoenix Contact und einer der drei Leiter des Arbeitskreises, fasst den Ausgangspunkt in einer dazugehörigen Pressemitteilung so zusammen: "Das Gebäude der Zukunft spielt nach den Regeln der IT." Entscheidend sei daher, ob Daten strukturiert, sicher und systemübergreifend für konkrete Prozesse genutzt werden können.

Entsprechend breit ist die Zielgruppe. Das Whitepaper wendet sich an Eigentümer und Investoren, Betreiber, Verantwortliche aus Asset, Property und Facility Management, Planungsbeteiligte aus Architektur, Fachplanung und Bauausführung sowie an Hersteller, Systemintegratoren, Softwareunternehmen, IT- und OT-Verantwortliche sowie externe Dienstleister. Dahinter steht die Feststellung, dass kein einzelner Akteur über das vollständige Bild des modernen Gebäudebetriebs verfügt.

Nächste Schritte im Arbeitskreis

Die Veröffentlichung bildet den Auftakt für die weitere Arbeit des Arbeitskreises. Geplant ist, die Inhalte in einem "Gebäudebetrieb 4.0 Demonstrator" praktisch umzusetzen. Zudem sollen vertiefende Beiträge aus den fünf Arbeitsgruppen folgen. Diese befassen sich mit Datenarchitektur und Datenräumen, digitalen Services, Anforderungen an TGA und Hersteller, IT-/OT-Sicherheit sowie FM-Prozessen und Anwendungsfällen.

Planung und Betrieb im bSD Talk

Wie eng Planung und Betrieb zusammenhängen, ist auch Thema der Folge #39 "Bauwerke für den Betrieb planen" unseres Podcasts bSD Talk. Darin spricht Annelie Casper, Geschäftsführerin der gefma, mit Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Cornelius Preidel darüber, warum der Betrieb in Planung und Bau häufig zu wenig berücksichtigt wird. Beide ordnen dies weniger als Schnittstellenproblem denn als strukturelle Herausforderung ein und diskutieren, welche Daten Gebäude über ihren Lebenszyklus tatsächlich benötigen. Nachhaltigkeit, Energiemanagement, KI-Anwendungen und das digitale Gebäudelogbuch werden dabei als Treiber für eine datenbasierte Verknüpfung von Planung und Betrieb benannt.

Die buildingSMART-Fachgruppe BIM im Facility Management (BIM4FM) befasst sich ebenfalls mit diesen Fragestellungen. Die Zusammenarbeit mit der gefma trägt dazu bei, Standards, Datenmodelle und Prozesse zu entwickeln, die Planung und Betrieb durchgängig verbinden.

Bezug

Das Whitepaper GEFMA 930 "Gebäudebetrieb 4.0" ist im gefma-Onlineshop erhältlich. Für gefma-Mitglieder ist es kostenfrei, Externe erwerben es für 59 Euro zzgl. USt.
 

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