16. buildingSMART-Anwendertag am 18. April 2018 in Nürnberg

Rückblick: Eine Auswahl von vierzehn Kurzzusammenfassungen der Vorträge

Wir bieten hier kurze Zusammenfassungen zu ausgewählten Vorträgen unseres 16. buildingSMART-Anwendertages, der mit 550 Teilnehmer eine Rekord-Beteiligung verzeichnete. Im Vordergrund standen erneut Berichte von Anwendern für Anwender und damit praxisnahe und vewertbare Informationen für die tägliche Praxis mit BIM und verwandten Themen. Eröffnet wurde der 16. buildingSMART-Anwendertag von Christoph Gröner, Gründer und CEO der CG Gruppe, die jedes Jahr deutschlandweit zehntausende von Wohnungen baut. Christoph Gröner motivierte in seiner Keynote dazu, moderne digitale Techniken konsequent zu nutzen und das Bauen insgesamt zu modernisieren. Seine Keynote und eine Reihe von Vorträgen dokumentieren wir zudem in Videos, die Sie weiter unten auf der Site unter dem Reiter “Fotos+Videos” finden.

Hier geht es zur Übersicht zu gesamten Programm des 16. buildingSMART-Anwendertag

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Bits in Buildings – Prozesse und Kollaboration im digitalen Bauen (Keynote-Vortrag)

Christoph Gröner, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG

Bei der Produktivität sei die Baubranche noch auf VW-Käfer-Niveau der 50er Jahre. Während Autos immer günstiger und technisch ausgereifter würden, gäbe es beim Produkt "Wohnung" praktisch keine Innovation - dafür aber exorbitante Preissteigerungen. Während sich der Facharbeiter in der Automobilbranche auch das Auto leisten könne, das er zusammenbaut, gelte das für den Bauhandwerker, der die Wohnung baut, längst nicht mehr. Der Aufruf unseres Keynote-Speakers geht alle an:  “Lasst uns die Baubranche, die teilweise noch funktioniert wie in der Römerzeit, endlich zu einer modernen und innovativen ‘Industrie’ machen!” 

Den gesamten Vortrag haben wir als Video aufgezeichnet: 
https://youtu.be/kQ0bChhf0tE

 

BIM aus Sicht des Architekten

Dirk Kahl, AS + P Albert Speer + Partner GmbH

Building Information Modeling wertet Architekten auf, erklärte Dirk Kahl vom Architekturbüro Albert Speer + Partner. Als BIM-Koordinator haben sie den Überblick über alle am Bau beteiligten Gewerke. Als BIM-Manager sind Architekten zentraler Ansprechpartner und Berater des Bauherrn sowie die Instanz, die den gesamten Bau- und Planungsprozess steuert. In seinem Vortrag erklärte Kahl auch, welche Anforderungen Modelle erfüllen müssen, damit Architekten diese Aufgaben erfüllen können und was der Bauherr davon hat.

Den gesamten Vortrag haben wir auch als Video aufgezeichnet: https://youtu.be/gR1VN7oGvpQ

 

Spaß und Erfolg mit BIM durch kooperative Planung und offenen Austausch: Kinderhaus in Heilbronn

Sirri El Jundi, JSB Architekten

BIM macht Spaß, ist Sirri El Jundi von JSB Architekten überzeugt. In seinem Vortrag erklärte er am Beispiel der Planung und des Baus des Kinderhauses in Heilbronn 2017, wie sich die Kommunikation und Zusammenarbeit von Architekten, Statikern, TGA-Planern, Handwerkern und dem Bauherrn so gestalten lässt, dass alle an einem Projekt Beteiligten gern und mit Freude zusammenarbeiten. Entscheidend dabei: Die sinnvolle und strukturierte Übergabe der Daten aller Gewerke an der IFC-Schnittstelle.

 

Mittelstands-BIM – Wieviel Standard verträgt das Projekt von nebenan?

André Pilling, DEUBIM und POS4 Architekten Generalplaner

BIM ist nicht nur etwas für große Planungs- und Architekturbüros, davon ist André Pilling überzeugt. Wie die BIM-Strategie aussehen, die Planung ablaufen sowie Kollisionsprüfungen und Planänderungen gemanagt werden müssen, damit auch der Mittelstand erfolgreich mit BIM planen kann, erklärte der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Deubim am Beispiel der Planung eines Fachmarktzentrums. Selbstverständlich können Bauherrn dabei auch von mittelständischen Planern und Architekten Modelle erwarten, die optimal auf das Facility Management vorbereitet sind.

 

Richtig modellieren: Das BIM-Modell für die Massen- und Kostenermittlung

Elke Hegemann, CAD-Service für Architekten

Gerd Eickhoff, Eickhoff Consult GmbH

Fast 30 Jahre Erfahrung mit Kostenberechnungen auf der Grundlage digitaler Modelle haben Elke Hegemann und Gerd Eickhoff eines gelehrt: Disziplin bei der Modellierung zahlt sich aus. Denn wer so zeichnet, wie er baut, Bauteile eindeutig codiert und alle auszuführenden Leistungen hinterlegt, die dem Bauteil zuzuordnen sind, schafft die Grundlage für eine belastbare Berechnung aller Baukosten. Die disziplinierte Arbeitsweise ermöglicht außerdem eine transparente Kommunikation unter allen an Planung und Bau Beteiligten und vermeidet Verständnisprobleme.

Den gesamten Vortrag haben wir auch als Video aufgezeichnet: https://youtu.be/W7YuYBjk7vE

 

Brandschutz mit Building Information Modeling

Dr. Peter Hofmann, Hofmann Engineering

In Deutschland brennt es alle drei Minuten. Für betroffene Unternehmen hat das gravierende wirtschaftliche Folgen. Dennoch findet der Brandschutz oft erst in der Genehmigungsplanung Beachtung. Das ist zu spät, macht teure Änderungen erforderlich und führt zu Terminproblemen, erklärte Brandschutzexperte Peter Hofmann in seinem Vortrag. Mit Building Information Modeling ließe sich dies vermeiden. Auch davon ist er überzeugt. Anschaulich beschrieb er daher, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, damit der Brandschutz bei der Planung mit BIM ausreichend Berücksichtigung findet.

 

Chancen & Risiken von BIM aus Sicht eines Produktdatenherstellers

Dennis Neumann, Jordahl GmbH

Welche Informationen brauchen Planer und Architekten bei ihrer Arbeit mit BIM? Antworten dazu gab Dennis Neumann, Leiter der Produktdatenentwicklung beim Bauzulieferer Jordahl. Anschaulich machte er die Überlegungen nachvollziehbar, nach denen Jordahl den Spagat zwischen zu viel und zu wenig Produktdaten meistert. Denn eines steht für ihn fest: Sinn macht die Produktdatenherstellung nur, wenn sich die dafür Verantwortlichen überlegen, wer ihre Informationen nutzt und welches Informationsbedürfnis sie haben.

 

BIM rechtlich – BIM und Vergaberecht

Eduard Dischke, KNH Rechtsanwälte, Essen

Kein Vergaberecht ist auch keine Lösung, stellte Eduard Dischke in seinem Vortrag über die Reform der Vergabe öffentlicher Aufträge 2016 und 2017 fest, denn Wildwuchs wolle dabei auch niemand. Der Leiter der Fachgruppe Recht von buildingSmart Deutschland erklärte, in wieweit die Reform die rechtlichen Grundlagen für den Einsatz von Building Information Modeling bei öffentlichen Bauprojekten geschaffen hat. Sein Fazit: Der neue Rechtsrahmen berücksichtige BIM nur in wenigen Vorschriften. Noch gebe es dazu auch keine Rechtsprechung. Daher bleibe abzuwarten, wie sich die Reform auf den Einsatz von BIM bei öffentlichen Bauvorhaben auswirkt.

 

As-built Bestandserfassung mit Open-BIM-Prozessen bei der Gebäudemodernisierung

Lukas Hamelmann, HALU Ingenieur- und Designservices GmbH

Nur 15 Prozent aller Baumaßnahmen werden im Jahr 2020 Neubauten sein. Mehr als acht von zehn Projekten dagegen werden im Bestand durchgeführt. Was liegt also näher, als die Frage, wie bestehende Gebäude vermessen werden können. Am 3D-Laserscan führt dabei kein Weg vorbei, erklärte Lukas Hamelmann, Geschäftsführer der HALU Ingenieur- und Designservices GmbH, in seinem Vortrag. Denn der Laserscan sei die schnellste Methode und bringe die höchste Datenfülle hervor.

 

Umsetzung des BIM-Stufenplans des BMVI – Erste Ergebnisse der ARGE BIM4INFRA 2020

Prof. Dr.-Ing. André Borrmann, Technische Universität München, BIM4Infra

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) will ab 2020 alle Bauprojekte mit Building Information Modeling planen und durchführen. Bis dahin legt das Ministerium im Rahmen eines Stufenplans die erforderlichen rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen und Standards fest. Professor André Borrmann, Leiter des Lehrstuhls für computergestützte Modellierung und Simulation an der TU München, stellte in seinem Vortrag dar, wo sich das Ministerium auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung von BIM beim Bau von Bundesautobahnen, -fernstraßen sowie –wasserwegen und am Schienennetz der Deutschen Bahn derzeit befindet.

 

Die Planungsprozesse im Holzbau sind schon lange BIM

Gerd Prause, Prause Holzbauplanung GmbH & Co. KG, Deutscher Holzfertigbau-Verband e.V.

Hektisch wird Gerd Prause nicht, wenn er über Building Information Modeling spricht, denn der Gründer der Prause Holzbauplanung GmbH & Co. KG arbeitet wie alle Holzbauer schon seit 30 Jahren nach der Methode. Das gehe auch nicht anders, erklärte Prause. Holzbauer produzieren Elementwände vor – einschließlich aller darin verlegten Gewerke. Deshalb muss die Planung fertig sein, bevor sie ihre Maschinen starten. Auch diese steuern Holzbauer schon lange digital. Von allen anderen am Bau Beteiligten wünschen sie sich oft mehr Disziplin und Genauigkeit beim Umgang mit den Daten, die dem Fertigungsprozess zu Grunde liegen.

 

BIM-Workflow im Einfamilienhaus-Schlüsselfertigbau: Werkplanung – Vorfertigung – Produktion – Bauüberwachung – Abrechnung

Sebastian Hauck, Hauck Planen und Bauen GmbH

Die Vorteile, die Building Information Modeling beim Bau von Eigenheimen bringt, beschrieb Sebastian Hauck in seinem Vortrag. So macht der Geschäftsführer der Hauck Planen und Bauen GmbH seine Mitarbeiter mit BIM produktiver. Auf der Baustelle helfen ihm dreidimensionale Modelle, Handwerkern komplexe Geometrien zu veranschaulichen. Bauherrn schließlich profitieren von der Digitalisierung, da die von Hauck gelieferten Fertigelemente auf der Baustelle nur noch wie LEGO-Steine zusammengefügt werden müssen. Eigentümer können daher unter Anleitung eines erfahrenen Meisters viel Eigenleistung erbringen.

 

Digital Twinning – Die Vernetzung der virtuellen mit der Informationswelt

Jörg Jungedeitering, NUCE GmbH

Wie digitale Zwillinge Facility Managern helfen, ihre Workflows bei der Inspektion und Wartung von Gebäuden zu optimieren, erklärte Jörg Jungedeitering. Für den Geschäftsführer der NUCE GmbH ist das Modell einer Immobilie nicht nur die Datenplattform, über die Facility Manager das Gebäude vom Büro aus verwalten. Auf mobilen Endgeräten diene der digitale Zwilling auch als interaktiver Wegweiser, der bei Inspektions- und Wartungsarbeiten an die relevanten Orte im Gebäude führt, Checklisten für die auszuführenden Arbeiten bereitstellt und die Dokumentation der erfolgten Arbeiten archiviert.

 

BIM für öffentliche Auftraggeber: Herausforderungen und Handlungsempfehlungen (Forschungsprojekt der TU Kaiserslautern)

Aqib Rehman, TU Kaiserslautern, Fachgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft

Von akademischer Fleißarbeit berichtete Aqib Rehman von der TU Kaiserslautern. Kaum ein Forschungsprojekt dürfte den Nutzen von Building Information Modeling bei öffentlichen Bauvorhaben derzeit wohl systematischer und umfassender untersuchen, als das von Rehman vorgestellte. Durch das hohe Abstraktionsniveau der Arbeit seien ihre Ergebnisse auch auf Projekte privater Bauherrn übertragbar. Eine eigenständige, gründliche Beschäftigung mit BIM, so Rehman, erspare die Forschungsarbeit aus Kaiserslautern aber niemandem.

 

Der digitale Zwilling im Bestand – Gebäudebetrieb optimieren, Energieeffizienz steigern und digitale Mehrwerte heben

Christian Rust, NavVis und Moritz Nelles, VINCI Facilities und Gebäudetechnik

Wo Immobilienverwalter bei ihrer täglichen Arbeit der Schuh drückt und wie Building Information Modeling für Abhilfe schaffen kann, erklärten Christian Rust von NavVis und Moritz Nelles von VINCI in ihrem Vortrag. Anschaulich zeigten sie, wie sich die Informationen, die ein digitaler Zwilling liefert, über Dashboards abrufen lassen und erklärten, weshalb über browserbasierte Viewer auf mobilen Endgeräten verfügbare Modelle den Alltag im Facility Management erleichtern.

 

 


Eine kurze Video-Zusammenfassung des 16. buildingSMART-Anwendertags am 18. April 2018 in Nürnberg.

Vorträge vom 16. buildingSMART-Anwendertag

 

Rasso Steinmann: buildingSMART-Standards für den Informationsaustausch in BIM-Projekten

Christoph Gröner, CG Gruppe AG: Bits in Buildings – Prozesse und Kollaboration im digitalen Bauen

Elke Hegemann & Gerd Eickhoff: Open BIM basierende Kostenberechnung

 

Martin Hutzler: Changemanagement - Raus aus der Komfortzone!

Michael Richter und Marius Reuters: BIM- und VR-Prozesse bei der Strecken- und Bauwerksplanung

Dr. Andreas Carstens und Martin Krausmann: BIM und GIS-Datenerfassung, IFC-Datenaustausch und 3D-WebGIS-Visualisierung

Dirk Kahl: BIM aus Sicht des Architekten

Stephan Liedtke & Gero Weitz: Was es braucht, damit Open-BIM in der Praxis besser funktioniert

 
 
 

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