Interview mit Sami Sokkar: Regionale Netzwerke sind ein Pluspunkt bei der Digitalisierung

(c) Sami Sokkar

Der Kommunikationswissenschaftler, Berater und Coach Professor Sami Sokkar sagt, kleine und mittelständische Unternehmen können ebenso wie Großunternehmen von Digitalisierung profitieren. Sie haben großen Unternehmen gegenüber einen Vorteil: Sie lernen schneller aus möglichen Fehlern und können ihre Erfahrungen agiler und effizienter umsetzen. So werden größenbedingte Nachteile auch im Zeitalter digitaler Methoden und Techniken durch die traditionellen Stärken des Mittelstandes kompensiert. Sami Sokkar wird den Keynote-Vortrag bei der Gründungsveranstaltung der neuen buildingSMART-Regionalgruppe Stuttgart am 27. September 2018 halten.


Informationen und Anmeldung zur Gründung der neuen buildingSMART-Regionalgruppe Stuttgart am 27. September 2018 finden Sie hier: buildingSMART-Regionalgruppe Stuttgart

Hier gibt es eine Übersicht über alle Regionalgruppenveranstaltungen im September: BIM regional … darunter auch die Gründungsveranstaltungen der Regionalgruppe Ostwestfalen-Lippe-Münster-Osnabrück und der Regionalgruppe Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.



Herr Prof. Sokkar, sind kleine und mittelständische Unternehmen eher Gewinner oder Verlierer der Digitalisierung?

Die Chancen und Möglichkeiten sind für alle Unternehmen immens, unabhängig von der Größe. Zunächst erscheinen kleine Unternehmen eher im Nachteil, denn Digitalisierung bedeutet in der Regel immer eine Investition: zuerst in Software, oftmals auch in Hardware, ebenso braucht es Qualifizierung der Mitarbeiter oder Neueinstellungen auf Grund fehlender vorhandener Qualifikation. All das sind Belastungen, die größere Unternehmen tendenziell eher bewältigen können. Andererseits können kleine und mittelständische Unternehmen deutlich schneller die nötigen Prozesse im Unternehmen umstellen und sehr gezielt auf Märkte und Kunden ausrichten. Die Vorteile und Gewinne durch digitalisierte Geschäftsprozesse sind im kleinen Unternehmen zudem schneller sichtbar und nutzbar – auch das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil für kleine und mittlere Unternehmen.

Welche Punkte sollten Unternehmen beachten, damit Digitalisierung erfolgreich gelingt?

Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen bedeutet der Einstieg in die Digitalisierung ein wirklich umfassender Wandel, der wegen der Betriebsgröße faktisch alle im Betrieb betrifft. Deshalb ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, dass große Anstrengungen unternommen werden, um alle „mitzunehmen“. Das heißt, die durch Digitalisierung ausgelösten Veränderungen sollten so früh als möglich angesprochen werden, der Nutzen muss klar herausgearbeitet und die neuen Prozesse mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingeübt werden. Sicher hilft ein schrittweises Vorgehen – zunächst die Web-Site umstellen und als Marketing- und Akquise-Tool nutzen und erst im zweiten Schritt den Shop aufsetzen, um ein Beispiel zu nennen. So werden Überforderungen verringert und Fehler, die zwangsläufig entstehen, haben geringere Folgewirkungen und können schneller korrigiert werden.

Welche Rolle kann regionale Vernetzung bei der Digitalisierung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen spielen?

Ich denke eine ganz Wesentliche und zwar aus mindestens zwei konkreten Gründen: wir erkennen, dass im Zuge der Digitalisierung die Wertschöpfung nicht mehr ausschließlich durch die Leistungserbringung direkt bestimmt wird, sondern dass das Gewinnen, Auswerten und Nutzen von Daten eine große Rolle spielt – mitunter erscheint der Datenwert höher als der Leistungswert. Kleine und mittelständische Unternehmen jedoch verstehen sich primär als Leistungsbringer und nicht als Datenverwerter. Regionale Netzwerke können helfen, diese Schwäche auszugleichen, in dem sich Unternehmen auf regionaler Ebene zusammenschließen und die Datengewinnung und -verarbeitung gemeinsam organisieren. Ich bin mir sicher, dass der Kunde vor Ort seine Daten lieber regional verwurzelten und miteinander kooperierenden Unternehmen anvertraut als anonymen, globalen Konzernen. Ein weiterer Aspekt ist: bei fortschreitender Spezialisierung sind regionale Netzwerke ein wesentlicher Erfolgs-Faktor. Erfolgreiche und hohe Spezialisierung ist ein typisches Merkmal für den deutschen Mittelstand. Digitale Methoden und Techniken erleichtern es nun, dass Spezialisten einfach zusammenarbeiten können und ihre  Leistungen effizienter und kundenfreundlicher anbieten.

 


31.08.18
 

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