Erfolgreicher erster Bauherrenkongress von buildingSMART


Die buildingSMART Regionalgruppen Oberrhein und Stuttgart haben gemeinsam den ersten Bauherrenkongress organisiert, der im Haus der Wirtschaft der örtlichen IHK in Karlsruhe stattfand. Zum ersten Mal sind gezielt private und öffentliche Bauherren angesprochen und eingeladen worden, ihre Erfahrungen mit und Erwartungen an BIM zu formulieren. Für das Land Baden-Württemberg unterstrich Staatssekretärin Katrin Schütz, dass BIM und die Digitalisierung der Bauwirtschaft nur dann gelingen werde, wenn auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen mitgenommen werden.

Rund 150 Teilnehmer kamen nach Karlsruhe, davon weit mehr als die Hälfte tatsächlich Bauherren aus dem privaten und dem öffentlichen Bereich. Die Fachvorträge von und für Bauherren berichteten über unterschiedliche Aspekte von BIM und konkreten Erfahrungen und Anforderungen aus Projekten, die aufzeigen, wie der Bauherr erfolgreich mit BIM arbeitet. Partner des ersten buildingSMART-Bauherrenkongresses der Regionalgruppen Oberrhein und Stuttgart waren die IHK Karlsruhe und die Akademie der Ingenieure, unterstützt wurde der Kongress durch die Unternehmen Vollack und Allplan. 

In ihrem Grußwort unterstrich Staatssekretärin Katharina Schütz aus dem Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg die Bedeutung von BIM für das Bauen, das zu einer „besseren Kommunikation aller am Bau Beteiligten führt.“ Entscheidend sei, dass dieser digitale Wandel auch und gerade in der Fläche des Landes gelinge. Besonders die stark mittelständische Bauwirtschaft müsse dafür „mitgenommen“ werden. Katharina Schütz lobte ausdrücklich die Arbeit der buildingSMART-Regionalgruppen: „Solche Netzwerke brauchen wir als Vorreiter und Wegbegleiter der digitalen Transformation.“

Wie weit diese insbesondere Bauherren – öffentliche aber auch private – beschäftigt, dass zeigten die Vorträge beim Bauherrenkongress. So berichtete Katharina Roth von der DB Netz AG Karlsruhe in ihrem Referat über das wichtige BIM Pilotprojekt der Deutschen Bahn, den Aus- und Neubau der 182 Kilometer langen Bahnverbindung Karlsruhe-Basel (zu der auch das seinerzeit in die Schlagzeilen geratene Tunnelprojekt bei Raststatt gehört). Unterschiedliche Techniken wurden genutzt und eingesetzt – beispielsweise schon für die annähernd zwei Jahre dauernden Vermessungsarbeiten, für die Drohnen- und Helikopterflüge genauso genutzt wurden wie stationäre Laser. Dabei wurden auch eigene Lösungen entwickelt, um beispielsweise die enormen Datenmengen – mehr als 10 Terrabyte – aus den verschiedenen Laserscans verarbeiten zu können.

Stefan Wagner von der Flughafen Stuttgart GmbH erklärte in seinem Vortrag, wie erste Erfahrungen mit BIM gesammelt wurden und wie eine vollständige BIM-Strategie des Flughafens ausgerollt wird – diese soll schon in wenigen Jahren möglichst alle Lebensphasen eines Bauwerks umfassen und inkludiert damit auch Rückbau und Recycling. Bewusst entschied man sich in Stuttgart, zunächst mit einem relativ kleinen Bauprojekt erste BIM-Erfahrungen zu sammeln und wird in den kommenden Jahren Schritt für Schritt BIM in den Regelbetrieb überführen. Den größten Vorteil sieht die Flughafen Stuttgart GmbH als Bauherr, Nutzer und Betreiber seiner Bauwerke in der Betriebsphase. Für alle Phasen setzt die Flughafen Stuttgart GmbH auf das herstellerneutrale Datenformat IFC von dem sich Stefan Wagner auch vorstellen kann, es als Standard zur Vernetzung verschiedener anderer (IT-)Systeme des Flughafens zu verwenden.

Wie BIM im Krankenhausbau genutzt wird, um schon vor Baubeginn Ärzte, Pfleger und auch die Bürger mit in die Planung einzubinden, darüber berichtete Thorsten Stolpe von den Kliniken des Landkreises Lörrach. Dort wird ein neues Zentralklinikum mit über 650 Betten errichtet. Dieses Bauwerk ist schon heute virtuell komplett begehbar, obwohl der Baubeginn erst in einigen Jahren erfolgen wird. 

Aus Sicht der privaten Bauherren schilderte Dr. Matthias Bruhnke von der Adolf Würth GmbH & Co. KG die gegenwärtig laufende Transformation des globalen Schraubenhändlers hin zu einem digitalisierten Partner für die Bauwirtschaft. Beim sich im Bau befindlichen neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum sammelt Würth momentan auch als Bauherr eigene Erfahrungen mit einem ganzheitlichen BIM-Projekt.

Wie ausgereift bereits heute Visualisierungstechniken aus BIM-Modellen sind, stellte Jochen Knecht von der kreativRaum GmbH vor, der seinen Kunden, den Arzt Christian Hauf aus Karlsruhe mit an seiner Seite hatte. Dieser benötigte neue Räume für die Gemeinschaftspraxis und konnte dank detailgetreuer Visualisierungen sowohl Raumaufteilung wie auch die Platzierung medizinischer Geräte schon lange vor den Umbaumaßnahmen sehr präzise erleben und so auch als (Architektur-)Laie direkt in die Planungen miteinbezogen werden. 

Die Premiere des Formats Bauherrenkongress stieß insgesamt auf ein sehr positives Echo – als Fazit wurde festgehalten, dass BIM enorm an Fahrt aufnehmen wird, wenn die Bauherren sich dieser neuen Methode annehmen. Geplant ist, das erfolgreiche Format des Bauherrenkongresses zu wiederholen und weiterzuentwickeln. 


04.07.19
 

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