Rückblick: buildingSMART-Thementag "Zusammenarbeit in BIM-Projekten mit IFC, BCF & Co." in Fulda

(c) buildingSMART Deutschland

Gut neunzig Teilnehmer nahmen am 25. Juni 2019 in Fulda an der Neuauflage unseres bewährten Thementags zu den wichtigsten buildingSMART-Standards teil. Im gut klimatisierten Esperanto Kongress- und Kulturzentrum gab es nach einer fundierten Einführung in die Grundlagen von IFC und BCF zahlreiche Praxisberichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Wie immer bei buildingSMART-Veranstaltungen gab es viel Raum für Austausch und Diskussion.

Prof. Rasso Steinmann, Vorstandsvsitzender von buildingSMART Deutschland und Leiter des Instituts für angewandte Bauinformatik der Hochschule München, führte in das Thema Industry Foundation Classes (IFC) und BIM Collaboration Format (BCF) ein. Ier erläuterte insbesondere die innere Logik, die sich hinter dem “Datenschema” IFC verbirgt, die technischen Eigenschaften, die sich daraus ergeben, und welche Konsequenzen sich daraus für die Standardisierung, die Softwareimplementierung und nicht zuletzt für die Anwendung des offenen und herstellerneutralen Informationsaustausch ergeben. 

Was Architekten und Fachplaner über IFC wissen müssen, darüber berichtete Andreas Pilot von Angela Fritsch Architekten, der seit Jahren schon BIM-Projekte verwirklicht und an der TU Darmstadt im Fachbereich Architektur “BIM in der integralen Planung” unterrichtet. Andreas Pilot bilanziert, dass jedes BIM-Projekt – wie auch jedes Bauprojekt – als eigenständiges Projekt angesehen werden sollte und es darauf ankomme, den Prozess insgesamt mit den Partnern gemeinsam zu gestalten.

Den Umgang mit Attributen beim IFC-Datenaustausch und worauf es dabei besonders ankommt, erklärte Carsten Kemplin von AEC3 Deutschland. Mittels einiger Beispiele aus konkreter Anwender-Software machte er deutlich, wie wichtig es ist, dass Projektbeteiligte in ihren jeweiligen Softwareprogrammen die richtigen Voreinstellungen (“Presets”) vornehmen, um erfolgreich mit IFC arbeiten zu können.

Richtiges Modellieren und Attribuieren aus der Sicht eines Projektsteuerers zeigte Michael Willimek von Drees & Sommer auf. Die Qualität des Modells hänge insbesondere von der “Disziplin” beim Modellieren und beim Attribuieren ab. Und: BIM-Modelle werden oft “hoffnungslos überfrachtet” und der “Level of Detail” (LoD) der Bauteile unnötig zu hoch angesetzt.

Wie richtiges Arbeiten über Gewerkegrenzen hinaus im Änderungsmanagement von BIM Collaboration Format aussehen kann, demonstrierte Tobias Döring von hammeskrause Architekten. BCF ermöglicht das rasche und reibungslose Übermitteln von Detailausschnitten direkt aus dem BIM-Modell heraus. Beispielsweise wenn der Lüftungsplaner feststellt, dass ein Durchbruch im Kellergeschoss fehlt – per BCF kann die entsprechende Stelle direkt visualisiert werden und das BCF enthält alle nötigen Informationen; weitere können von jedem Partner “angeheftet” werden.

Welche Möglichkeiten IFC für die Tragwerksplanung hat, erläuterte Mathis Becker von ahw Ingenieure. Anhand von konkreten Anwendungsbeispielen aus der Schlitz- und Durchbruchsplanung zeigte der BIM-Experte verschiedene Möglichkeiten des Informationsaustauschs mittels IFC-Modellen auf. Abschließend ging Mathis Becker auf die Vor- und Nachteile von verschiedenen BIM-Modelle wie dem Schal- und dem Bewehrungsmodell ein. Dr. Peter Vogel von Innius GTD  zeigte, wie der IFC-Austausch und das BCF-Änderungsmanagement auch bei großen und komplexen TGA-Planungen funktioniert.

Als Abschluss stellte Klaus Aengenvoort, Vorstand im CAFM Ring e.V., die auf IFC basierende Standard-Schnittstelle CAFM-Connect vor. Die Schnittstelle ermöglicht den Import von Gebäude- und TGA-Daten aus IFC-Modellen in die spezifische Softwareprogramme des Facility Managements.

 

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Der nächste buildingSMART-Thementag findet zum Themenfeld “Recht” am 18. September 2019 in Berlin statt. Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung.

Der nächste Thementag “Zusammenarbeit in BIM-Projekten mit IFC, BCF & Co.” findet voraussichtlich im Frühsommer 2020 statt.


17.07.19