Produktivität steigt durch Digitalisierung


Beim Themen-Forum „Transformation und digitaler Wandel“ machte der Digitalisierungsspezialist Dr. Sebastian Voigt von der Axel Springer hy GmbH deutlich, wie groß die Chancen der digitalen Transformation sein können, wenn man sie offensiv und beherzt anpackt. Dass jedoch besonders die Bauwirtschaft noch zögerlich ist, belegte Prof. Dr. Irene Bertschek vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW): So sind laut einer hochaktuellen ZEW-Studie rund die Hälfte der befragten Unternehmen in ihrer Haltung digitaler Tools und Methoden gegenüber noch abwartend. 

Wie sehr sich eine solche eher abwartende und passive Haltung negativ auf den Geschäftsverlauf auswirkt, das hat die Axel Springer AG, einem der größten Medienunternehmen der Welt, selbst eindrucksvoll erlebt. Im klassischen Print-Medien-Geschäft entwickelten sich alle Zahlen mit dem Aufkommen des Internets und digitaler Konkurrenzangebote negativ. „Jedes Jahr verlor Axel Springer in seinen Kernprodukten zehn Prozent“, so Sebastian Voigt. Alle Versuche, die tradierten Produkten und Prozesse zu verändern oder zu verbessern halfen nichts. Erst die sehr radikale Entscheidung, sich konsequent zum Digitalkonzern zu wandeln, brachte die Wende. Ganz bewusst kannibalisierte Axel Springer dabei auch seine alten Geschäftsmodelle mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen, etwa im Bereich der Kleinanzeigen. Heute erwirtschaftet Axel Springer den weitaus größten Teil von Umsatz und Gewinn im digitalen Segment und konnte den Börsenwert in den gut 15 Jahren der digitalen Transformation mehr als verdoppeln.
Dieses eindrucksvolle Beispiel aus der Wirklichkeit untermauerte die Volkswirtschaftlerin und Digitalexpertin des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Prof. Dr. Irene Bertschek. Sie wird mit Kolleginnen und Kollegen am 2. Dezember 2019 in Berlin eine hochaktuelle Studie zur Digitalisierung in der Bauwirtschaft vorstellen. Beim buildingSMART-Forum in Berlin hat sie einige der aus dieser Studie ableitbaren Erkenntnisse zitiert. Demnach beschäftigen sich rund die Hälfte der befragten Unternehmen aus der Bauwirtschaft noch gar nicht aktiv mit Digitalisierung. Für Irene Bertschek eine alarmierende Zahl, denn diese Unternehmen drohen in Sachen Produktivitätsfortschritte deutlich zurückzufallen. Dass es sich beim Thema digitaler Wandel nicht um einen Selbstzweck handelt, machte auch der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling (CSU) deutlich. Der Bauingenieur betonte, dass sich für die Branche durch den digitalen Wandel die Chancen ergeben, besser und effizienter zu planen und zu bauen und auch für den Betrieb große Effizienzen zu heben. Von Seiten des Bundes werde der digitale Wandel durch eine Vielzahl an Unterstützungen gefördert, nicht zuletzt durch die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren.


07.11.19
 

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