6. Fachkonferenz "Bauinformatik - Baupraxis" am 11. November in Dresden


Die diesjährige Konferenz war dem Thema "Leitlinien - Richtlinien - Normen" gewidmet. Im Mittelpunkt stand die derzeit in Arbeit befindliche VDI-Richtlinie 2552 "Building Information Modeling", an deren Erarbeitung auch zahlreiche buildingSMART-Mitglieder beteiligt sind. Auch der Veranstalter, das Institut für Bauinformatik der TU Dresden unter der Leitung von Prof. Raimar Scherer, ist langjähriges buildingSMART-Mitglied.







Zur Einführung gab es zwei Überblicksvorträge: Frank Jansen vom VDI-Fachbereich Bautechnik, bei dem das Thema Building Information Modeling im VDI angesiedelt ist, gab eine Einführung in die Normengebungsverfahren in Deutschland. Der buildingSMART-Vorstandsvorsitzende Prof. Rasso Steinmann berichtete in seiner Funktion als Leiter des VDI-Koordinierungskreises BIM, dem Teilnehmer aus allen vier Fachbereichen der VDI Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik angehören, über Hintergrund und Aufbau der VDI-Richtlinie 2552 und weitere BIM-relevante Regelwerke innerhalb des VDI.

Es folgte Einzelvorträge über jedes einzelne sogenannte “Blatt” der zukünftigen Richtlinienreihe VDI 2552 BIM: 
  • Blatt 1: BIM – Rahmenrichtlinien (Alexander Kuhn, Ed. Züblin AG, Stuttgart)
  • Blatt 2: BIM – Begriffe und Definitionen (Jörg Jungedeitering, Jade Hochschule, Oldenburg)
  • Blatt 3: BIM – Mengen/Controlling (Samy Kröger, Zech Bau Holding GmbH, Hamburg)
  • Blatt 4: BIM – Datenaustausch (Andreas Kohlhaas, GSP Network, Erkrath)
  • Blatt 5: BIM – Datenmanagement (per Video: Prof. Markus König, Ruhruniversität Bochum)
  • Blatt 6: BIM – Facilitymanagement (Andreas Kohlhaas, GSP Network, Erkrath)
Die weiteren Arbeitsgruppen für ...
  • Blatt 7: BIM – Prozesse
  • Blatt 8: BIM – Qualifikationen und
  • Blatt 9: BIM – Bauteilbeschreibungen
… sind in Vorbereitung, hatten sich zu diesem Zeitpunkt aber formell noch nicht konstituiert. (Die konstituierende Sitzung für Blatt 7 “Prozesse” fand tags darauf in Dresden statt; die erste Sitzung für Blatt 8 “Qualifikationen”, das als Kooperation von VDI und buildingSMART enstehen wird, ist für den 30.11. vor der buildingSMART-Mitgliederversammlung in Berlin geplant.) Einen guten Überblick über Aufbau und Inhalte der Richtlinienreihe 2552 BIM bietet die Präsentation von Prof. Rasso Steinmann beim 13. BIM-Anwendertag von buildingSMART an der HTW Berlin.

So wichtige die VDI-Richtlinie zukünftig sein wird – der Blick über den Tellerand bleibt wichtig. Es folgten Berichte über die Arbeit der planen-bauen 4.0 GmbH durch die Geschäftsführerin von Dr. Ilka May, die insbesondere den kurz vor der Verabschiedung stehenden Stufenplan zur Einführung von BIM für öffentliche Bauherrn erläuterte. Dr.-Ing. Thomas Liebich, buildingSMART-Vorstandsmitglied und Obmann im DIN-Arbeitsausschusses BIM, erläuterte die kommenden Aufgaben im DIN: Immer mehr internationalen ISO- und CEN-Standards zu BIM müssen in ein entsprechendes deutsches Regelwerk zu gespiegelt werden (siehe: DIN-Arbeitsausschuss NA 005-01-39 AA „Building Information Modeling“).

Über die erst jüngst verabschiedete Österreichische ÖNORM A 6142-1 und -2 durch Christoph Eichler, BIM Operations Director bei BEHF Architekten aus Wien (siehe: Austrian Norm). Sven-Eric Schapke von think project! aus München (und ebenfalls buildingSMART-Mitglied) konnte zeigen, wie Richtlinien die Form der Zusammenarbeit beeinflussen – und zwar zum Vorteil aller Beteiligten.

Prof. Rasso Steinmann zeigte auf, wie gut BIM mit buildingSMART-Standards wie IFC (Industry Foundation Classes) und BCF (BIM Collaboration Format) und mit anderen itterativen und agilen Planungsmethoden kombinierbar ist. Im letzten Vortrag zeigte der Gastgeber Prof. Raimar Scherer, welche Ideen er und seine Mitarbeiter am Institut für Bauinformatik der TU Dresden für zukünftige “BIM-Labors” entwickeln, bei denen die kreative Ingenieursarbeit losgelöst ist von der reinen Rechenarbeit, die dann über Cloud- und Grid-Lösungen dem einzelnen Anwender zur Verfügung steht. (Aber auch für diese Zukunfsttechnik sind standardisierte Datenstrukturen unverzichtbar!)

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wurde noch einmal deutlich, wie wichtig gut gemachte Regelwerke gerade auch für die vielen kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Deutschland sind. Denn angesichts der immer größeren Bedeutung von internationaler BIM-Normengebung geraten die Unternehmen in Deutschland zwangsläufig ins Hintertreffen, wenn sie sich zu sehr mit dem Für und Wider sowie den technischen Aspekten von BIM beschäftigen und darüber die Standardisierung vernachlässigen.
 
 

13.11.15
 

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