"BIM und Bildung" beim Tag der Deutschen Bauindustrie 2016

(c) Gerhard Haug, Berlin

Der "Lunch-Talk" beim Tag der Deutschen Bauindustrie am 2. Juni 2016 in Berlin war dem Thema "BIM und Bildung" gewidmet. Unter Leitung von Dr.-Ing. Jan Tulke, Geschäftsführer der planen-bauen 4.0 GmbH, tauschten sich die vier geladenen Teilnehmer über den aktuellen Stand der BIM-Qualifikation in Deutschland sowie über die zukünftigen Anforderungen an Ausbildung und berufsbegleitende Weiterbildung aus. Über 200 Zuhörer verfolgten die Diskussion.

Auf dem Podium waren:

  • Martin Karnein, Geschäftsführender Gesellschafter der Bernhard Heckmann GmbH & Co. KG Bauunternehmung und Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie
  • Prof. Dr.-Ing. Markus König, Ruhr-Universität Bochum und buildingSMART-Mitglied
  • Prof. Hans-Georg Oltmanns, Oltmanns und Partner GmbH, Honorarprofessor an der Jade Hochschule, Stellv. Vorsitzender von buildingSMART e.V.
  • Thomas Wolf, Vorstandsmitglied der RIB Software AG und buildingSMART-Mitglied


BIM-Elemente halten zunehmend Einzug in die akademische Ausbildung. Als eigenständiger Studiengang ist “BIM” aber bislang nirgendwo akkreditiert. Selbst wenn ein solcher Studiengang irgendwo eingerichtet werden würde (was sich im deutschsprachigen Raum derzeit nirgendwo abzeichnet) würde es noch mind. 4 Jahre dauern bis die ersten ausgebildeten “BIM-Spezialisten” dem Markt zur Verfügung stehen. Deshalb gehen Fachleute eher von der begleitenden Vermittlung von BIM-Kompetenzen im Rahmen bestehender Ausbildungsgänge aus und setzen vor allem auf Weiterbildungsangebote an Absolventen und Berufstätige. 

Die beiden Hochschullehrer Markus König und Hans-Georg Oltmanns waren sich weitgehend einig:

  • Auch wenn Building Information Modeling immer wichtiger wird: Die Grundausbildung zum Ingenieur muss in der Ausbildung Vordergrund stehen. BIM ist nur eine Methode und ersetzt nicht das erforderliche Grundwissen von Ingenieuren.
  • Gleichwohl sollte an den Möglichkeiten der BIM-Methode geforscht werden. Offen blieb in welchem Bereich das bevorzugt anzusiedeln sei: Informatik, Prozesse, Baumanagement etc.
  • Die Methode löst nicht die Planungsaufgaben der Ingenieure sondern ist ein neues Werkzeug mit großem Potential für fehlerfreiere, nachhaltigere und transparentere Lösungen.
  • BIM-Kompetenzen werden in Zukunft in jedem Planungsgewerk notwendig sein. Ein eigenständiger “BIM-Manager” als Teil der Projektsteuerung wird allenfalls bei komplexen Großprojekten notwendig sein. BIM-Koordinationsaufgaben werden sicher für jedes Planungsgewerk anfallen und sind von den Projektleitern zu bearbeiten oder zu delegieren.

Die von Thomas Wolf vorgeschlagene „laborhafte Zusammenarbeit” bei BIM-Projekten wurde von den übrigen Diskutanten und vom Publikum dagegen eher kritisch bewertet. Zu einfach erschien vielen die Vorstellung, man müsse sich nur über die passende Software und Serverlösungen vernetzen und schon seien alle Probleme gelöst.


Über das Diskussionsthema “BIM und Bildung” ist es den Veranstaltern insgesamt gelungen, auch bei diesem Tag der Deutschen Bauindustrie wieder für das Thema Building Information Modeling zu werben und für die Tragweite und die vielen Facetten des Themas zu sensibilisieren. Bleibt nur zu hoffen, dass es das Thema bald auch auf die Hauptbühne schafft. Denn der Nebensaal war auch in diesem Jahr wieder überfüllt.


10.06.16
 

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