Treffen der buildingSMART-Regionalgruppe Mitteldeutschland beim "BAU ZEIT"-Abschlusstreffen am 5. Mai 2017 in Magdeburg

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Das buildingSMART-Mitglied Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung IFF lud gemeinsam mit der buildingSMART-Regionalgruppe Mitteldeutschland am 5. Mai zum Abschluss des Forschungsprojektes BAU ZEIT nach Magdeburg ein. Die gut fünzig Besucher hat ein umfangreiches Vortragsprogramm mit einem spannenden Themenmix rund um Building Information Modeling (BIM) erwartet.

BAU ZEIT wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF im Rahmen der Initiative "KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)" gefördert. Ziel war es, heterogene Daten aus dem Bauumfeld miteinander zu verknüpfen und für die Weiternutzung zu optimieren. Nähere Informationen zu BAU ZEIT gibt es auf: www.bauzeit.software


“BAU ZEIT”-Abschlusstreffen
3. Treffen der buildingSMART-Regionalgruppe Mitteldeutschland
5. Mai 2017, Fraunhofer IFF, Magdeburg


Begrüßung und Vorstellung des Fraunhofer IFF
Holger Seidel, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Leiter Logistik- und Fabriksysteme

Die Geschäftsfelder des Fraunhofer IFF Magdeburg haben ihren Schwerpunkt im Bereich der Digitalisierung. Im Fabrikumfeld wird diese Entwicklung unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst. Es geht um die gezielte Datenaufnahme, Datenanalyse, den Datenaustausch und somit im Fabrikplanungsumfeld auch um das Thema Bau und Building Information Modeling.


Vorstellung des BIM–Clusters Sachsen-Anhalt Regionales Netzwerk für das Digitale Planen und Bauen
Dr. Rainer Berger, Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt

Die Aufgabe der Ingenieurkammer mit ihren 2.000 Mitgliedern, von denen etwa 95 % im Bau oder baunahem Gewerbe tätig sind, ist es, sie auf Trends vorzubereiten und zu begleiten. Die digitale Transformation ist allgegenwärtig und wird mit Hilfe von Informationsveranstaltungen und Weiterbildungen in die Breite getragen. Zur Vernetzung und stetigen Diskussion von Problemen beim Einsatz der Methode Building Information Modeling wurde das BIM-Cluster Sachsen-Anhalt gegründet.


buildingSMART e.V. German Speaking Chapter – Das Kompetenznetzwerk für Building Information Modeling
Norbert Gräser, Regionalgruppe Mitteldeutschland / N+P Informationssysteme GmbH

Das German Speaking Chapter des buildingSMART e. V. setzt sich bereits seit über zwei Jahrzehnten für die Standardisierung im Datenaustausch und die Verbreitung der Werte und Ziele von Building Information Modeling ein. In den letzten fünf Jahren hat das Interesse an BIM stark zugenommen, was nicht zuletzt an der Mitgliederentwicklung von buildingSMART e. V. zu erkennen ist (2012: 99 Mitglieder, Mai 2017: 285 Mitglieder). Unter anderem fördert der Verein Regionalgruppen und Veranstaltungen, die zur Vernetzung, Diskussion und Verbreitung der BIM-Ziele und -Werte dienen.


Regionalgruppe Mitteldeutschland: Ziele, Arbeit, Veranstaltungen 2017, Teilnahmebedingungen
Dr.-Ing. Sylvia Kracht, Regionalgruppe Mitteldeutschalnd / BCS CAD + Information Technologies GmbH

Die Regionalgruppe Mitteldeutschland des buildingSMART e. V. ist eine Interessensvereinigung und unterstützt das Netzwerken zwischen Unternehmen aber auch Verbänden. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos und dient dem gegenseitigen Informieren zu aktuellen Themen und Veranstaltungen. Im Vordergrund steht der open-BIM-Gedanke.


Sächsischer Baustammtisch e. V. – Eine Plattform für Geschäftsanbahnungen im Bauwesen
Jan Bretfeld, Sächsischer Baustammtisch e. V.

Der Sächsische Baustammtisch informiert seine Mitglieder über aktuelle Themen aus dem Bau-Gewerbe. Das Themenspektrum ist groß. Ein Schwerpunkt ist die Digitalisierung und somit BIM, aber auch zu Solarzellen, die in Ziegel integriert werden können, werden die Unternehmen in Form von Newslettern aufgeklärt.


Mit BAU ZEIT Daten verknüpfen
Stefanie Kabelitz, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Logistik- und Fabriksysteme (LFS)

Im Rahmen des Forschungsprojekts BAU ZEIT wurde eine Plattform installiert, die dem Datenaustausch, der Integration von Webdiensten und der Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Dokumenten dient. Dazu wurden die in der unstrukturierten Datenbank abgelegten Daten nach dem Hashtag-Prinzip, dass durch Twitter-User eingeführt wurde, markiert. Welche Begriffe für die Markierung wichtig und für das Bauwesen typisch sind, wurden dem buildingSMART Data Dictionary entnommen und durch das Auswerten regulärer Ausdrücke erreicht. So konnten strukturierte und unstrukturierte Daten verknüpft werden. Dies ist die Basis für weitere Auswertungen, u. a. Optimierungsfragestellungen und die Baufortschrittskontrolle.


Lean Production im Bauwesen
Karsten Friedrich, Geschäftsführer Complevo GmbH

Die Complevo GmbH hat ihr Optimierungs-Knowhow bereits vielfach im Automobilkontext angewendet. Das Lean Production Prinzip ist hier fest verankert. Mit dem BAU ZEIT Projekt und den Eindrücken aus der Porsche Consulting will Complevo die Idee auf den Bau übertragen. Die Datenaufnahme auf der Baustelle soll vereinfacht werden und somit ein strukturiertes Projektmanagement ermöglichen. Ein besonderer Erfolg aus dem BAU ZEIT Projekt ist die gleichmäßige Verteilung von Ressourcen im öffentlichen Nahverkehr beim Baustellenmanagement. Die wesentlichen Ressourcen sind hier die Busfahrer und der Schienenersatzverkehr (Busse). Nach optimierter Verteilung der Baustellen konnte eine bessere und gleichmäßigere Auslastung dieser Ressourcen erzielt werden.


Verwaltung und Qualitätssicherung von BIM-Modellen via IFCWebServer.org Data Server
Ali Ismail, TU Dresden, Institut für Bauinformatik

Der Webservice, der auf der IFCWebServer.org kostenlos zur Verfügung steht, ermöglicht das Verwalten von IFC-Modellen. Darüber hinaus ist das Splitten von Modellen sowie das gezielte Filtern von Informationen möglich. Das vereinfacht die Kommunikation und den Austausch von Informationen. Der Viewer bietet die Möglichkeit, das Modell farblich zu verändern und durch Filter nur die für die Besprechung relevanten Bauteile anzuzeigen.


BIM in der Hotellerie, im Gastgewerbe und in der Großverpflegung. Von der BIM-Standardisierung bis zum BIM-Katalog
Tilo Reinboth, 123dworld und Philipp Pilatzki, BCS CAD + Information Technologies GmbH

Die Erfahrungen der 123dworld haben gezeigt, wie wichtig Vereinbarungen für Standards im Datenaustausch sind. Für den Einsatz von BIM beim Bau von Großküchen hat sich Herr Reinboth schon lange eingesetzt. Doch erst als der Druck vom Auftraggeber und Bauherren kam, haben die zuständigen Verbände reagiert. Für die Parametrisierung von Einrichtungsgegenständen hat man sich auf eine Liste einigen können, die die Benennung (über zahlreiche Sprachen hinweg) und damit die international einheitliche Bedeutung und den Wertebereich harmonisiert. Diese Konvention wurde in Revit händisch übertragen (in IFC wäre nicht alles abbildbar gewesen) und kann nun den Wünschen des Auftraggebers entsprechend verarbeitbar bereitgestellt werden. Dies zeigten auch die Anwendungsbeispiele, die Herr Pilatzki mitgebracht hatte. In Revit ist für die einzelnen Produkte eine Art Konfigurator entstanden. Die Produkte können in den verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten zusammengeklickt werden und der Planer erhält sofort die entsprechenden Maße. Die Revit-Modelle sollen in verschiedenen Detailausführungen exportiert und weitergegeben werden.


BIM-LV-Container nach DIN SPEC 91350, BIM-konforme Massenermittlung in großen Projekten
Dr. Sebastian Fuchs, TragWerk Consult

Herr Dr. Fuchs gab einen Einblick in die Grundlagen der Bauinformatik. Schon in dem Mefisto-Projekt (2009-2012) beschäftigte er sich mit der Verlinkung von Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen. Dazu entwarf er den sogenannten Multi-Model-Container. Das Verlinken von Informationen ist einfach, wenn sie durch den Computer verarbeitbar sind. Dies ist der Fall, wenn den Daten ein Datenmodell zugrunde liegt. Bei Dokumenten ist dies nicht der Fall, sie können nur durch den Menschen verarbeitet werden. Nach der generischen Implementation solcher Schnittstellen zu sämtlichen Datenquellen ist es gelungen eine konkrete Schnittstelle, die zwischen dem Bauwerk und der Ausschreibung durch Konventionen (DIN SPEC 91350) maschinen-interpretierbar zu gestalten, die zahlreiche Softwarehersteller nun implementiert haben.


BIM und Datenschutz Quo vadis Eine Betrachtung aus Haftungsgesichtspunkten
Stefanie Vogel, Zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV®), Linnemann Rechtsanwälte GbR

Der Datenschutz muss beim Einsatz von BIM gewahrt bleiben. Der Austausch von Daten und Informationen sollte daher vertraglich festgehalten sein. Dabei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass der Urheber der Daten das alleinige Veränderungsrecht besitzt. Wenn der Bauherr nach Fertigstellung des Bauwerks die Planungsdaten weiterverwenden will, sollte er dies ebenfalls in die Vertragsgestaltung einfließen lassen.

Integrative Planung mit BIM-Prozess Chancen und Risiken für kleine Ingenieurbüros
Clemens Westermann, Beratender Ingenieur der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt

Für kleine und mittlere Unternehmen ist es möglich BIM-ready zu sein. Aber nicht mit teuren Softwarelösungen. Möglich wird es nur durch die Kompetenz, Daten zu konvertieren und sich nicht auf ein Programm festzulegen. Ein Beispiel aus der Schweiz zeigt, dass die Datensicherheitsanforderungen in Deutschland noch nicht so hoch sind. Ein Schweizer-Auftraggeber hat Herrn Westermann aufgefordert sein Daten-Sicherheitskonzept zu erklären, falls er den Auftrag haben wollte. Diese Erklärung wurde überprüft. Die Datenübermittlung erfolgte im Projekt per Stick und Post. Dieser war verschlüsselt und in einem zweiten Brief wurde ihm das Passwort zur Entschlüsselung des Sticks mitgeschickt. Herr Westermanns Planungsbüro ist BIM ready und er fordert alle kleinen und mittleren Unternehmen auf, sich darauf einzustellen. Denn BIM schafft mehr Wettbewerb.


23.05.17
 

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