Plattform für BIM im Gebäudebetrieb gegründet

(c) CAFM Ring e.V.

BIM einfacher machen - das ist das Ziel der Plattform "BIM im Gebäudebetrieb", zu der sich verschiedene Verbände und Initiativen, darunter auch buildingSMART Deutschland, zusammengeschlossen haben. Zu den weiteren Partnern zählen der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung BTGA e.V., der CAFM Ring e.V., Faciltiy Management Austria, GEFMA Deutscher Verband für Facility Management e.V., planen-bauen 4.0 und RealFM e.V..

Die genannten Verbände trafen sich am 19. Oktober 2017 zu einem zweiten Roundtable und wollen das Potenzial von BIM für die beteiligten Branchen besser zugänglich machen. Eine der großen Herausforderungen besteht darin, den absprachelosen und standardisierten Austausch digitaler Daten zu Immobilien, technischen Anlagen und Dokumenten zwischen den an Planung, Realisierung und Betrieb beteiligten Firmen zu bewerkstelligen. Der IFC-Standard biete dazu die international übergreifende Grundlage, doch werde es „den einen Standard“ für alle Beteiligten auf absehbare Zeit kaum geben. Eine Reihe von Initiativen arbeitet deshalb an IFC-basierten konkreten Anwendungslösungen, die nun mit der neuen Plattform „BIM im Gebäudebetrieb“ besser harmonisiert werden sollen. So möchte die Plattform-Initiative BIM im Gebäudebetrieb den Wissenstransfer fördern und damit zu Orientierung und Verlässlichkeit beitragen. Die Arbeit der Initiative soll ausschließlich neutrale und herstellerunabhängige Schnittstellen, die auf den IFC-Standard basieren, unterstützen und inhaltlich weiter ausgestalten.

 


PRESSEMITTEILUNG
Wuppertal, 08.11.2017 


Plattform für BIM im Gebäudebetrieb: 
Verbände harmonisieren Digitalisierungs-Initiativen: BIM einfach machen!

Noch vor einem Jahr diskutierten die an der Immobilienwirtschaft beteiligten Branchen darüber, ob die Methoden und der potenzielle Nutzen von Building Information Modeling (BIM) überhaupt im deutschsprachigen Markt angekommen und realistisch seien. Heute befasst sich bereits eine Fülle von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Initiativen, Zirkeln, HUBs und Arbeitskreisen mit detaillierten Fragen zu den ersten Erfahrungen mit BIM. Ein grundlegendes Thema dabei: Der absprachelose und standardisierte Austausch digitaler Daten   zu Immobilien, technischen Anlagen und Dokumenten zwischen den an Planung, Realisierung und Betrieb beteiligten Firmen. Um das damit einhergehende Potenzial des vielfachen Nutzens für die beteiligten Branchen besser zugänglich zu machen, trafen sich jetzt die Repräsentanten von BTGA,  buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria, GEFMA, planen-bauen 4.0 und RealFM zu ihrem 2. BIM Roundtable. Ihr Ziel: Harmonisierung ihrer Initiativen für BIM im Gebäudebetrieb und Förderung von Wissenstransfer, Orientierung und Verlässlichkeit für die betroffenen Branchen: BIM einfach machen! Dazu gaben die beteiligten Verbände diese gemeinsamen Positionen bekannt.     

  1. Die Standardisierungsarbeiten auf internationaler und europäischer Ebene bei ISO und CEN sowie auf nationaler Ebene bei ASI, VDI, DIN und buildingSMART bieten bereits hinreichende Orientierung, um in großen wie auch kleinen Projekten und Objekten BIM-Methoden zu verwenden, Erfahrungen zu sammeln und in eine agile BIM-Entwicklung einzutreten.
  1. Ein wesentliches Merkmal für den Nutzen von Building Information Modeling ist derstandardisierte und absprachefreie Austausch von digitalen Daten über Flächen, technische Anlagen und Dokumente zwischen organisationsinternen Beteiligten und zwischen Vertragspartnern. IFC bietet dazu die international übergreifende Grundlage. Doch „den einen Standard“ für alle Beteiligten wird es in absehbarer Zeit kaum geben. Vielmehr sind für konkrete Anwendungsfälle, unterschiedliche Prozesse und verschiedene Zielgruppen  der privaten Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung Filter, Selektionen und Validierungen erforderlich, um pragmatisch handeln zu können. An exakt dieser Stelle agiert eine Fülle von Initiativen an der Erstellung von definierten Ausschnitten des übergreifenden IFC-Standards. Die Plattform für BIM im Gebäudebetrieb, der BIM Roundtable,  will hier zu Wissenstransfer, Orientierung und Verlässlichkeit beitragen: Gemäß der Prämisse von Open BIM und auf Basis von IFC, strukturiert nach GEFMA 924 und VDI 2552 haben sich Repräsentanten von BTGA, buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria, GEFMA, planen-bauen 4.0 GmbH und RealFM auf die Harmonisierung ihrer Initiativen verständigt. Angestrebt ist, weitere Initiativen für eine Teilnahme zu gewinnen und im Ergebnis eine Harmonisierung zum Wohle und Nutzen der Branchenbeteiligten im gesamten deutschsprachigen Markt zu ermöglichen.
  1. Die Beteiligten sind sich darüber einig, die Arbeit der Initiativen so auszugestalten, dass sie ausschließlich neutrale und herstellerunabhängige Schnittstellen für den Datenaustausch, basierend auf den Industry Foundation Classes (IFC), unterstützen und inhaltlich weiter ausgestalten. Zunächst werden drei ausgewählte BIM-Profile zur Verfügung gestellt, mittels derer beispielhaft ein digitaler Datenaustausch unternehmensübergreifend, fallbezogen und absprachelos erprobt werden kann.
  1. Um den sinnvollen Einsatz von BIM-Methoden und BIM-Modellen als wesentliches Element des digitalen Transformationsprozesses der Immobilienwirtschaft weiter zu fördern, will sich die verbandsübergreifende  Plattform BIM im Gebäudebetrieb auch für den Wissenstransfer einsetzen. Als Basis dafür soll Innovationsforen Bauen 4.0 der Initiative planen-bauen 4.0 mit Beispielen aus der Praxis unterstützt werden.
  1. Für die Verantwortlichen im Gebäudebetrieb erschließt sich über die Harmonisierung und Standardisierung von Fachinhalten und den absprachefreien Austausch digitaler Daten dieser Nutzen:
    a.    Höherer Vertragssicherheit in der unternehmensübergreifenden (kollaborativen) Zusammenarbeit durch einheitliches Begriffs- und Leistungsverständnis.
    b.    Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und Betreiberpflichten.
    c.    Reduzierung von Haftungsrisiken.
    d.    Reduzierung der Aufwendungen für Datenerfassung und -pflege.
    e.    Ermöglichung des Einsatzes neuer Technologien wie IoT, etwa für eine Prädiktive Instandhaltung.
    f.    Wettbewerbsvorteile durch Organisations- und Prozessautomatisierungen
    g.    Reibungslose und aufwandsarme Datenübertragung bei FM-Dienstleisterwechsel oder Immobilientransaktionen
  1. Für die am phasenübergreifenden Lebenszyklus von Immobilien beteiligten Branchen erschließt sich dadurch dieser Nutzen:
    a.    Höherer Vertragssicherheit bei der Übergabe/Übernahme (Kauf und Verkauf) von Immobilien.
    b.    Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und Betreiberpflichten.
    c.    Wertsteigerungen durch eine validierte Dokumentation.
    d.    Erfüllung der Betreiberverantwortung am Inbetriebnahmetag.
    e.    Reduzierung von Haftungsrisiken.
    f.    Reduzierung der Aufwende für Datenerfassung und -pflege.

 


Die Plattform BIM im Gebäudebetrieb ist eine verbandsübergreifende Initiative für den deutschsprachigen Markt. Seine Teilnehmer setzen sich dafür ein, den Nutzen von Building Information Modelling als wesentlicher Bestandteil der digitalen Transformation der Immobilienwirtschaft den Verantwortlichen für den Betrieb von Immobilien und technischen Anlagen pragmatisch, verständlich und schneller zugänglich zu machen und den Wissenstransfer zu fördern. Dazu setzen sie sich auf Basis von IFC für die Harmonisierung von Maßnahmen zur Standardisierung des digitalen Daten-, Prozess- und Vertragsmanagements im Lebenszyklus von Immobilien und Anlagen aus Sicht Gebäudebetrieb ein. Der absprachelose Austausch relevanter Daten und Formulare zwischen den Branchenteilnehmern und ihren Anwendern steht im Mittelpunkt ihrer Zielsetzung. 


13.11.17

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