02. BIM Anwendertag | 21.10.2008 | München

Nach der überwältigenden Resonanz beim ersten Treffen im Frühsommer in Karlsruhe erwies sich der IAI e.V. diesmal bestens gewappnet für einen erneuten Interessentenansturm. Zum 2. Treffen der BIM Anwendergruppe am 21. Oktober 2008 bei Obermeyer Planen+Beraten in München kamen 40 Teilnehmer: öffentliche Bauherren, Architekten, Haustechniker, Unternehmensentwickler und Planer aus Bauunternehmen, Hochschulvertreter, Baudatenanbieter, Projektmanager, Unternehmensberater sowie Teilnehmer aus Forschungseinrichtungen und Softwarefirmen. Der Wille zur Innovation beim Planen, Bauen und Nutzen wächst. Im Zusammenhang damit steigt deutlich spürbar auch das Interesse an BIM und IFC. Erneut zeigten die Diskussionen und die Feedbackrunde am Ende der Veranstaltung, dass das Interesse an BIM und einer Fortführung der Anwendergruppe groß ist. Der nächste Termin ist für den 24. März 2009 bei Obermeyer Planen + Beraten in München geplant.

In München ging es diesmal um Themen wie Bestandsdatenübernahme für ein Facility Management, Aufbau einer FM Datenbank direkt aus BIM/IFC, Kalkulation, AVA und Mengen aus dem BIM oder Risikomanagement (Kostencontrolling), modellbasiertes Baumanagement, Qualität der IFC Schnittstellen, Sicherstellung einer Qualitätsstufe, neues Herangehen an die Zertifizierung sowie Sicherheitsanalysen und Gefahrenabwehr. Erfahrungsberichte wie die von Marcus Schreyer, Max Bögl, Peter Czekay, Leon Wohlhage Wernik, Karl-Heinz Häfele, Forschungszentrum Karlsruhe oder Dr. Rudolf Juli, Obermeyer Planen + Beraten sprechen für BIM. Rudolf Juli stellte ein Krankenhausprojekt in Wiesbaden vor und befand in dem Zusammenhang: "BIM gehört die Zukunft, die Einführung erfolgt jetzt Schritt für Schritt. Obermeyer steht voll hinter BIM, neue Projekte werden selbstverständlich in BIM geplant." Derzeit arbeiten die Münchner mit Hochdruck an dem internen BIM Standard, einer Projektrichtlinie.

Prof. Rasso Steinmann berichtete über die Erfahrungen aus anderen Ländern wie Skandinavien oder USA, wo sich die öffentliche Hand mehr engagiert. Hier entwickelt die öffentliche Hand den Markt aktiv mit, öffentliche Auftraggeber geben BIM Richtlinien heraus und verlangt die Projektdaten als BIM (und im neutralen IFC Format). Aus der Sicht von Steinmann betreiben diese skandinavischen Länder mit USA die internationale Standardisierung in BIM aktiv voran und bereiten damit den Weg für ihre Unternehmen im Bauwesen international vor. Er sieht dabei die Gefahr, dass Deutschland hier ins Hintertreffen geraten könnte.

Diskutiert wurden auch Fragen wie: Welche Rolle spielt der Projektmanager, der die Immobilie auch 20 bis 30 Jahre nutzt, welche Anforderungen müssen an BIM aus Bauherrensicht gestellt werden? Welche Modelldaten sind qualitätsrelevant und wie lassen sie sich verwalten? Was kommt damit auf die öffentliche Bauverwaltung zu, in Bezug auf Themen wie Kostenkalkulation (graphische Kostenkalkulation, belastbare, nachvollziehbare Kosten). Wie lässt sich BIM in die HKLS Planung / Energieberatung einbeziehen. Wie lassen sich Planungsprozesse durch BIM (und IFC Schnittstelle) durchgängig über alle Leistungsphasen 1-9 abbilden?

Nicht zuletzt standen die Hochschulausbildung in Bezug BIM und IFC sowie die allgemeine Kommunikation von BIM und IFC – für jeden Einzelnen auch unternehmensintern – im Mittelpunkt des Interesses. Um die Akzeptanz für die unterschiedlichen Planungspartner zu erhöhen und auch nicht direkt "Betroffene" transparenter informieren zu können.

Einig waren sich die Teilnehmer des Treffens darin, nicht weiter warten zu wollen, was die Zukunft bringt, sondern jetzt anzufangen, die neuen Themen anzupacken und umzusetzen.

Hauptprojekt

 

Personen

  • AEC3 Deutschland GmbH


Petra Steinborn
Petra Steinborn
Dr.-Ing. Thomas Liebich
Dr.-Ing. Thomas Liebich