Wie plant man ein Krankenhaus, das den Anforderungen der Medizin von morgen gerecht wird? Antworten darauf liefert das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC). Mit dem gemeinsamen Neubau auf dem Campus Virchow-Klinikum bündeln die Charité – Universitätsmedizin Berlin, ein Mitglied von buildingSMART Deutschland, und das Deutsche Herzzentrum Berlin ihre Kompetenzen zu einem internationalen Referenzzentrum für kardiovaskuläre Medizin.
Einblicke in die „digitale Modellklinik des 21. Jahrhunderts“ gab Matthias Schmidt, Gesamtprojektleiter für den Neubau des DHZC und Sprecher der buildingSMART-Fachgruppe Krankenhausbau, am 13. April 2026. Hendrik Bollmann, Sprecher der AG Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen der SPD-Bundestagsfraktion sowie Obmann im gleichnamigen Bundestagsausschuss, informierte sich gemeinsam mit der Abgeordneten Heike Heubach (SPD) und weiteren Mitarbeitern der AG über den Projektstand sowie insbesondere über den Einsatz von Building Information Modeling (BIM). Die Idee für dieses Treffen entstand bei einem Besuch unseres Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Cornelius Preidel und unseres Geschäftsführers Gunther Wölfle im vergangenen Jahr im Bundestag. Zu den seinerzeit besuchten Bundestagsabgeordneten zählte auch Hendrik Bollmann, der sich sehr interessiert zeigte, mehr zu BIM und dem Einsatz von offenen (Daten-)Standards für das Planen und Bauen zu erfahren. Das Praxisprojekt DHZC der Charité Berlin bot sich dafür in herausragender Weise an.
Zum Auftakt begrüßte Astrid Lurati, Vorstand Finanzen und Infrastruktur der Charité, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschs. Sie unterstrich die Herausforderungen für einen Klinikbetreiber, bauliche Infrastruktur und Bauwerke zu schaffen, in denen Spitzenmedizin und Forschung sowie die Versorgung der Bevölkerung gleichermaßen gesichert werden. Zugleich gelte es, künftige technologische Entwicklungen der Medizin in neuen wie auch in bestehenden Bauwerken möglich zu machen. Simon Batt-Nauerz, Leiter des Geschäftsbereichs Bau, Infrastruktur und Nachhaltigkeit der Charité, wies dabei vor allem auf die Herausforderung hin, die die Bestandsbauwerke in dieser Hinsicht darstellen.
BIM schafft Transparenz und Zusammenarbeit
Das herausragende Neubau-Projekt der Charité am Campus im Berliner Wedding setzt konsequent auf digitales Planen und Bauen mit Open-BIM. Ziel ist eine transparente, kollaborative Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dazu wird der Bauprozess durchgängig digital abgebildet, um Kosten- und Terminrisiken zu senken und die Qualität zu sichern.
Zugleich eröffnet BIM neue Formen der Beteiligung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Charité werden bereits vor Baubeginn in die Planung einbezogen. Mit dem Einsatz von Virtual-Reality können sie ihre künftigen Arbeitsumgebungen begehen und auf Funktionalität prüfen.
Das digitale Modell schafft zudem die Grundlage für den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes. Es ermöglicht vorausschauende Anpassungen, erleichtert künftige Umbauten und unterstützt den Einsatz automatisierter Systeme, auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Neben Standardisierung und modularer Bauweise zeigt sich: BIM ist ein zentraler Hebel für wirtschaftliches Bauen und nachhaltige Infrastruktur.
Weiterlesen:
- Das Projekt wird in „Hier steckt BIM drin! 2023“ im bSD Verlag und auf bSD+ vorgestellt. Das Buch ist kostenfrei im Onlineshop des bSD Verlags erhältlich.
- Im bSD Verlag hat unsere buildingSMART-Fachgruppe Krankenhausbau auch die von ihr erarbeiteten KIA – Klinik-Informationsanforderungen 2.0 veröffentlicht.
- Rückblick auf den buildingSMART-Thementag „BIM und Med-IT in Planung, Bau und Betrieb von Krankenhäusern“: Wie BIM und Medizin-IT gemeinsam die Zukunft des Krankenhausbaus gestalten
